Baugeschichte der Evangelischen Mauritiuskirche
- 941: urkundliche Erstnennung des Dorfes Engelstadt (Kölner Erzbischof Wichfried schenkt der Kirche der Hlg. Jungfrauen zu Köln eine Hof in Engilestat als Erstausstattung des Kölner Stiftes St. Ursula, der dadurch die Grundherrschaft über dieses Dorf hat)
- 11./12.Jhd.: Bau der Kirche. Romanischer Westturm
- 1228: Kirche wird dem Hlg. St. Mauritius geweiht. Patronatsrecht über die Engelstadter Kirche hat bis 1325 das Kölner St. Andreasstift inne; durch Gütertausch geht es dann auf das Mainzer Liebfrauenstift über.
- 1556: Beginn der Reformation in Engelstadt (mit der gesamten Pfalz wird auch Engelstadt evangelisch)
1591: erste reformierte Schule in Engelstadt - 1620 : Kirche wird im Dreißigjährigen Krieg in Brand gesteckt und brennt aus, als Ersatz dient zunächst eine Scheune.
- 1666 : Pest in Engelstadt: es überleben 30 "Seelen"
- 1697 : Katholiken in Engelstadt erhalten das Recht, im Rathaus eine Kapelle einzurichten
- 1750 : neben der reformierten nun auch eine katholische Schule in Engelstadt
- 1783 : dritte Schule in Engelstadt: lutherisch
- 1816 : Engelstadt kommt zum Großherzogtum Hessen
- 1917 : eine Glocke soll abgegeben werden zum Einschmelzen, wird aber heimlich vergraben; 1942 wird die Glocke dann abgeliefert
- 1945 : die einzige rein katholische Familie in Engelstadt gewährt in den letzen Kriegsmonaten dem Mainzer Bischof Albert Stohr Unterschlupf vor der Verhaftung durch die Gestapo
- 15.03.1945 : Turm durch Angriff tlw. zerstört
- 1947: Glocke wird auf einem Glockenfriedhof nahe Hamburg gefunden und kehrt 1948 wieder zurück
Die Fenster wurden 1994 eingesetzt durch Fa. Münch , Groß-Umstadt, und bestehen im Gegensatz zu den vorherigen Fenstern (im gleichen Jahr durch Sturm zerstört) aus farbigem Glas. Westturm aus romanischer Zeit (11./12. Jhd.) durch Lisene und Rundbogenfriese gegliedert. Portal mit breitem, bedeutsamen Reliefsturz an der Südseite des Turmes, Ende des 11. Jhds. Über dem feingezeichneten Türsturz Entlastungsbogen mit rechteckiger Rahmung. Die Motive des Portalsturzes haben symbolischen Gehalt und enthalten Hinweise auf die Heilsgeschichte. Die KIrche bildete mit dem Friedhof zusammen eine Wehranlage, deren Befestigungen um 1830 entfernt wurden. Bermerkenswert ist, dass sich in Engelstadt bis heute der Friedhof wie früher üblich um die Kirche erstreckt, während in umliegenden Gemeinden der "Gottesacker" nach außerhalb verlegt wurde.
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